Die Sammlung
Mit mehr als 4.000 Medien zum österreichischen Erzhaus Habsburg ist das Mayerling-Archiv heute das größte private Adelsarchiv in Deutschland. Seit Februar 2004 arbeiten wir daran, zeitnah die Sammlungsbestände im Internet via Bilddarstellung online zugänglich zu machen.
Nachstehend zwei besondere Objekte aus unserer Sammlung. Gerne senden wir Ihnen eine aktuelle Übersicht unserer Sammlungsbestände zu.
Laufschloss aus Mayerling
Manufakturware, Fundort: Wasserentnahmestelle südlich der Karmelkirche.
Das Laufschloss (heutige Situation: gereinigt und auf Holzbock montiert) stammt aus dem Areal des Jagdschlosses in Mayerling. Bei dem Objekt handelt es sich um Manufakturware, die nach der Form des Gussdrückers zwischen 1870 und 1880 hergestellt wurde. Schlösser dieser Art wurden meist eingesetzt im Außenbereich wie zum Beispiel den Stallungen. Bis 1926 war die Verwendung von Schlössern dieser Art üblich. Als möglicher Herkunftsort kommen in Frage Schmalkhalden in Thüringen oder Velbert im Rheinland. Das Objekt 1991 an der alten Wasserentnahmestelle südlich der Karmelkirche innerhalb der alten Ostmauer des Jagdschlosses gefunden; eine Verwendung im Bereich des Areals des ehemaligen Jagdschlosses ist wahrscheinlich. Weitere Informationen zur Geschichte von Schlössern und Verschlüssen finden Sie im Internet hier. Die historische Einordnung des Laufschlosses erfolgte freundlicher Weise durch Experten des Deutschen Schloss- und Beschlägemuseums in Velbert/Rheinland (NRW).
Haarlocke der Baroness Vetsera
Ca. 10 cm lange Haarlocke der Baroness Marie Alexandrine Freiin von Vetsera, braune Farbe, altersbedingte Brüche und Splisse. Rahmen: Nicht zeitgenössischer, gepresster Stellrahmen, 13 cm Höhe, 8 cm Breite

Baroness Vetsera wurde am 19. März 1871 in Wien geboren und starb am 31. Januar 1889 in Mayerling. Die erste Beisetzung erfolgte im Februar 1889 in einem Erdgrab auf dem Friedhof von Heiligenkreuz. Im Mai 1889 wurde der hölzerne Sarg der Baroness exhumiert und in einem Kupfersarg in einer gemauerten Gruft erneut beigesetzt. Im Jahre 1945 wurde diese Gruft gewaltsam geöffnet und der Sarg geschändet. Nach einer provisorischen Schließung erfolgte 1959 die dritte Beisetzung in einem Metallsarg. Aus diesem wurde das Skelett im Jahre 1991 unautorisiert von einem Linzer Kaufmann geraubt und im Jahre 1993 zum vierten Mal beigesetzt. Über den 1992 durch Mitarbeit des Mayerling-Archivs enthüllten Grabraub berichten verschiedene Bücher - darunter eine Abhandlung des KRONE-Zeitungskolumnisten Professor Georg Markus (”Kriminalfall Mayerling”) und ein Buch des Grabräubers Helmut Flatzelsteiner (”Meine Mary Vetsera - Mayerling: Die Tragödie gibt ihr Geheimnis preis”); biograpgische Daten über die Baroness sind dem Buch “Mary Vetsera - Gefährtin für den Tod” zu entnehmen. Beide Bücher sind antiquarisch erhältlich.